Blütezeit

Blütezeit – eine Fotoausstellung von Yvonne Salzmann, entstanden im April/ Mai 2020
Es zieht mich. Bilder entstehen. Zeugnis des Geschehens. Nichtsichtbares wird sichtbar, bekommt Raum, wird zum Bild. Meine Sprache. Momentaufnahmen, spür- aber nicht greifbar. Bilder diffus und voller Verwirrung. Stehende Veränderung. Verbeugung. Ungewissheit. Demut. Schattentanz.

Lockdown. Diffuses Gefühl. Was wird? Runterfahren. Stille. Zeit. Sein.
Kaffee trinken. Nebel verzieht sich. Langsam. Der Blick nach innen.
Ein neuer Tag beginnt. Geschützter Raum. Neues entsteht. Orientierung. Blick ins Außen. Manchmal erschrecken. Neugier. Wachsamkeit. Schönheit. Dankbarkeit. Sein.

Verwirrung. Klarheit verschwimmt, Nichtsichtbares wirkt. Schatten zum Subjekt, Oben zu Unten. Was hat Bestand, was Gültigkeit? Keine Antworten. Viele Antworten. Neuordnung.

Schattentanz. Schwarz zu Weiß, Weiß zu Schwarz. Bewusstsein. Bewusstheit. Transformation. Nicht so viel anders als sonst und doch so viel anders als sonst. Gedanken, Stille im Innen. Alles wirkt. Gefühlt Tag 35. Geschichte wird geschrieben.

Salzmann dokumentiert nicht die Umwelt, sondern arbeitet im Medium von Schwarzweiß mit einer subjektiven Kamera. Die stilistischen Mittel dieses Blicks sind Unschärfe und eine surreale Nahsicht, die die Dinge verfremdet und sie zugleich in poetischer Weise ästhetisiert. Dabei wirft der Lockdown Yvonne Salzmann auf sich selbst zurück und lässt sie den eigenen „Weltinnenraum“ (R. M. Rilke) in das eng umgrenzte Außen projizieren.
Dr. Regine Nahrwold
Kunsthistorikerin